Veranstaltungen

atemlinien

atemlinien

15. Februar 2026 / 18:00

KONZERT

(Einführungsvortrag und Künstlergespräch: 17:30)

Richard Šeda (Zink)
Anna Koch (Bassklarinette)
Marcus Hufnagl (Orgel)

Frühe Klangwelten und freie Linien

Das Konzert verbindet frühe Musik des 17. Jahrhunderts mit zeitgenössischer Klangarbeit. Im Zentrum stehen Werke des Frühbarock für Zink (Cornetto) und Orgel – Instrumente, die eng an der menschlichen Stimme orientiert sind und den Atem als formendes Element hörbar machen. Die Werke italienischer Meister um 1600 entfalten klare Linien und unmittelbaren Ausdruck.

Diesen historischen Klangräumen treten eigenständige Klangfelder der Bassklarinette gegenüber. Frei geführte und atmende Klänge, Arbeit mit Geräusch und Resonanz öffnen eine heutige Perspektive. So entsteht ein Abend zwischen früher Musik und Gegenwart, zwischen fest gefügter Form und offenem Klang – verbunden durch Atem, Linie und Resonanz.


dunkel und licht

dunkel und licht

1. März 2026 / 18:00

KONZERT UND AUSSTELLUNG

(Einführungsvortrag und Künstlergespräch: 17:30)

Daniel Domig (Malerei)
Neelam Brader (Mezzosopran)
Barbara Zidar-Willinger (Sopran)
capella incognita
Marcus Hufnagl (Leitung)

Zwei Blicke auf Leid und Hoffnung

Das Passionskonzert verbindet zwei geistliche Welten: Antonio Vivaldis „Stabat Mater“, RV 621 und Johann Sebastian Bachs Sopran-Solokantate „Mein Herze schwimmt im Blut“, BWV 199. Vivaldi richtet den Blick auf Maria unter dem Kreuz, auf Mitleiden und Schmerz angesichts des sterbenden Sohnes. Bach wendet sich nach innen: Schuld, Buße, Erneuerung und Hoffnung bilden den inhaltlichen Weg der Kantate.

Beide Werke thematisieren Leid und Bedrängnis aus unterschiedlichen Perspektiven: als äußere Erfahrung und als inneren Prozess der Wandlung. Die begleitende Ausstellung des Künstlers Daniel Domig vertieft diesen Raum. Seine Malerei entsteht im Prozess – tastend, widerständig, offen. Musik und Bild begegnen einander in einem gemeinsamen Erfahrungsfeld,in dem Verletzlichkeit sichtbar wird und sich zugleich eine Perspektive von Hoffnung öffnet.

(Ausstellungsdauer bis 28. 3. 2026, zu den Öffnungszeiten)


gegenstimme

gegenstimme

13. März 2026 / 19:00

LESUNG, FILM UND MUSIK

Anita Lackenberger (Konzept, Film, Gespräch)
Ronald Bergmayr (Woodwinds)
Marcus Hufnagl (Orgel)

Klaus Sandler – Texte und Spuren

Klaus Sandler war ein scharf denkender Beobachter und über mehrere Jahre Pfarrsekretär der evangelischen Pfarrgemeinde St. Pölten. Hier entstand auch die erste Ausgabe seiner Literaturzeitschrift „das pult“ – ein kleines, unabhängiges Format, das bald überregional im deutschsprachigen Raum wahrgenommen wurde.

Im Zentrum des Abends stehen Texte von und über Klaus Sandler. Die Historikerin und Filmemacherin Anita Lackenberger, die intensiv zu Sandlers Leben und Werk geforscht hat, gibt Einblicke in seine Biografie, seine Texte und in ihre Annäherung an einen ungewöhnlichen Autor.

Zwischen den Texten entstehen musikalische Räume. Improvisierte Klanginseln mit Holzbläsern und Orgel begleiten Lesungen und Gespräche und prägen die Atmosphäre dieses Abends.


bach organum I – frühlicht

bach organum I – frühlicht

25. April 2026 / 19:30

(Einführungsvortrag und Künstlergespräch)

Jörg Reddin (Orgel), Arnstadt

Frühe Orgelwerke

Mit „bach organum“ beginnt eine mehrjährige Reihe, die das gesamte Orgelwerk Johann Sebastian Bachs in thematisch gestalteten Programmen erschließt. Den Auftakt gestaltet Jörg Reddin, Kantor an der Bachkirche in Arnstadt – jenem Ort, an dem Bach seine erste Organistenstelle innehatte.

Das Programm führt in die Werkstatt des jungen Komponisten. Besonderes Augenmerk gilt zwei Ciaconen, die 2025 neu ediert wurden (BWV 1178 und 1179). Sie eröffnen Einblicke in Bachs frühe Handschrift: kühn, experimentierfreudig und von kontrapunktischer Klarheit geprägt. Das Konzert „Frühlicht“ richtet den Blick auf den Beginn eines Weges, der Bach zu einem der bedeutendsten Orgelkomponisten der Musikgeschichte führen sollte.


orgel im zentrum

orgel im zentrum

9. Mai 2026 / 15:00

KONZERTWANDERUNG

(Start: Konservatorium für Kirchenmusik, Klostergasse)

15:00–19:00

Ludwig Lusser (Orgel)
Franz Reithner (Orgel)
Marcus Hufnagl (Orgel)

Die Orgeln St. Pöltens hautnah erleben

Orgel im Zentrum führt zu sieben Orgeln der St. Pöltner Innenstadt und macht ihre klanglichen Profile in den jeweiligen Kirchenräumen erlebbar. Die Orgellandschaft der Innenstadt ist dabei bewusst kontrastreich: Instrumente unterschiedlicher Epochen, Bauweisen und Klangideale stehen nebeneinander und entfalten in ihren jeweiligen Räumen eine ganz eigene Wirkung.

Die Konzertwanderung folgt einem klaren Ablauf: Etwa alle 30 Minuten wird der Ort gewechselt. An jeder Station erklingt ein Kurzkonzert mit Einführung, das das jeweilige Instrument in seiner geschichtlichen Einordnung, seiner Bauweise und seinem Klangcharakter vorstellt. So entsteht ein vielschichtiger Einblick in die Orgellandschaft der Stadt.

Stationen sind das Konservatorium für Kirchenmusik (Woehl, 2011), die Altkatholische Kirche (Lopy, ca. 1860), die Alumnatskapelle (Kögler, 1991), die Domkirche St. Pölten (Metzler, 1973), die Franziskanerkirche (Pflüger, 2011), die Prandtauerkirche (Capek/Schuke, 1904/2004) sowie die Evangelische Kirche St. Pölten (Kirchner/Vonbank, 1959/2014).

Die Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit der Dommusik St. Pölten, der Reihe Orgel Plus, dem Konservatorium für Kirchenmusik sowie den christlichen Pfarren und Kirchen der St. Pöltner Innenstadt statt.


bach organum II - leipziger choräle

bach organum II – leipziger choräle

29. Mai 2026 / 19:00

ORGELKONZERT

(Im Rahmen der Langen Nacht der Kirchen)

Manuel Fröschl (Orgel), Wien

Späte Klarheit

Die Sammlung der „18 Leipziger Choräle“ gehört zu den reifsten und zugleich konzentriertesten Werken Johann Sebastian Bachs. In ihnen bündeln sich jahrzehntelange Erfahrung, textliche Durchdringung und kompositorische Verdichtung. An diesem Abend erklingen sie in ihrer Gesamtheit und machen die Spannweite dieser Sammlung hörbar – von schlichten, textnahen Sätzen bis zu komplexen, groß angelegten Bearbeitungen.

Interpretiert wird das Programm von Manuel Fröschl, Organist an der Wiener Schottenkirche, der die Leipziger Choräle als geschlossenen Zyklus erfahrbar macht und ihre unterschiedlichen kompositorischen Ansätze klar hervortreten lässt.

Im Rahmen der „Langen Nacht der Kirchen“


voci e risonanze

voci e risonanze

28. Juni 2026 / 19:00

KONZERT

(Einführungsvortrag und Künstlergespräch: 18:30)

Barbara Zidar-Willinger (Sopran)
Neelam Brader (Mezzosopran)
Marcus Hufnagl (Virginal)

In Italiens innerem Klang

Um 1600 gewinnt in Italien die Solostimme neuen Raum: Worte treten hervor, Linien werden freier, der Klang schafft Nähe. Die Gesänge dieser Zeit verbinden poetische Klarheit mit feinen Affekten und eröffnen einen neuen Umgang mit Text und Ausdruck.

Das Programm stellt Sopran und Alt als zwei eigenständige Klangräume nebeneinander. Helle, pastorale Linien und ruhige Abendgesänge begegnen innerer Klage, Bitte und biblischer Bildsprache. Getragen wird diese Musik von einem Virginal nach Vorbildern aus Florenz um 1600, das den Continuoklang nicht nur stützt, sondern mit eigenen Farben und feinen Resonanzen prägt.

So entsteht ein leiser, nach innen gerichteter Klangraum, in dem Stimme und Instrument in unmittelbaren Dialog treten und jene besondere Nähe erfahrbar wird, die diese Musik auszeichnet.


klang auf reisen

klang auf reisen

2. August 2026 / 19:00

SOMMERKONZERT

(Einführungsvortrag und Künstlergespräch: 18:30)

The Gleam Ensemble, Schweiz
Yu Ma (Traversflöte), Shio Oshita (Barockvioline), Martin Chiang (Dulzian), Brian Franklin (Viola da gamba), Aurore Baal (Orgel)

Von Süden nach Norden

Die Musik folgt den Wegen des 17. Jahrhunderts: Ausgehend von italienischen Klangzentren führen die musikalischen Spuren über Wien und Niederösterreich bis nach Mitteldeutschland. Werke von Bertoli, Schmelzer, Selma, Rosenmüller und anderen machen diese Bewegungen hörbar – zwischen freier Linie, tänzerischem Gestus und kammermusikalischer Nähe.

Die unterschiedlichen Instrumente prägen den Charakter des Abends und lassen regionale Klangvorstellungen lebendig werden. Interpretiert wird das Programm vom The Gleam Ensemble, einem Ensemble von Spezialist:innen für historische Aufführungspraxis aus der Schweiz, verbunden durch eine gemeinsame Ausbildung unter anderem an der Schola Cantorum Basiliensis.

Klang auf Reisen ist ein Sommerkonzert außerhalb des regulären Konzertzyklus – beweglich, offen und dem aufmerksamen Hören verpflichtet.


offene klänge

offene klänge

25. September 2026 / 19:00

KLAVIERKONZERT

(Einführungsvortrag und Künstlergespräch)

Sebastian Schneider (Klavier)

Soloimprovisationen am Konzertflügel

Improvisation entsteht im Augenblick: ein Gedanke, ein Impuls, ein Klang, der sich aus dem Raum heraus entwickelt und ihn zugleich neu formt. Der Pianist und Komponist Sebastian Schneider verbindet Einflüsse aus Jazz, Klassik und zeitgenössischem Songwriting zu einer Musik, die frei, suchend und zugleich klar strukturiert ist.

Dieser Abend markiert einen besonderen Schritt: Zum ersten Mal widmet sich Schneider einem vollständig improvisierten Soloprogramm – einem Konzert ohne feste Partitur, getragen von einem Flügel, der eigens in die Kirche gebracht wird. Die Musik reagiert auf Raum, Stille und Nachhall, lässt Motive entstehen, verwandelt sie und führt sie weiter. So entsteht eine Begegnung mit Klang im Werden – offen, konzentriert und geprägt von der besonderen Atmosphäre des Raumes.


lichtspuren

lichtspuren

11. Oktober 2026 / 18:00

KONZERT

(Einführungsvortrag und Künstlergespräch: 17:30)

Paul Schuberth (Akkordeon)
Tomás Novák (Violine, Gesang)

Feine Klänge im Dialog

Seit über einem Jahrzehnt arbeiten Tomás Novák und Paul Schuberth in wechselnden musikalischen Konstellationen zusammen. Ihre Musik entzieht sich bewussten Festlegungen: Sie bewegt sich zwischen Komposition und Improvisation, zwischen Erinnerung und Gegenwart, zwischen Vertrautem und Unvorhersehbarem.

Unter dem Titel lichtspuren folgen die beiden Musiker feinen klanglichen Erscheinungen – kurzen Aufhellungen, Brüchen, Nachbildern. Musik entsteht hier nicht aus dem Effekt, sondern aus Aufmerksamkeit: aus dem Hören auf das, was sich im Moment zeigt. So entfaltet sich ein musikalischer Dialog, der offenlegt statt zu blenden und zu einer konzentrierten, wachen Form des Hörens einlädt.


bach organum III – staunen

bach organum III – staunen

24. Oktober 2026 / 18:00

ORGEL- UND KANTATENKONZERT

(Einführungsvortrag und Künstlergespräch: 19:00)

Jonathan Weiler (Orgel), Lübeck
Neelam Brader (Mezzosopran)
capella incognita
Marcus Hufnagl (Leitung)

KONZERTIERENDE KLÄNGE UND GEISTIGE ÖFFNUNG

Dieser Abend stellt die konzertierenden Linien und Bewegungen der Orgel in den Mittelpunkt. Bachs Bearbeitungen italienischer Concerti, seine Triosonaten und ausgewählte Toccaten zeigen jene Verbindung aus Klarheit, Energie und feiner Struktur, die seine Orgelmusik prägt. Die italienische Konzerttradition mit ihren dialogischen Motiven und klaren Konturen bildet dabei den Rahmen.

Von hier führt der Bogen zur Kantate „Geist und Seele wird verwirret“ BWV 35. Die obligate Orgel tritt in den Sinfonien und Arien in einen engen Dialog mit der Altstimme. Staunen erscheint nicht als Effekt, sondern als geistige Haltung: als Innehalten und innere Sammlung. So verbindet das Programm den konzertanten Charakter von Bachs Instrumentalwerken mit der kontemplativen Ausrichtung der Kantate – ein Abend über waches Hören und darüber, wie Bach Klang zu geistiger Erfahrung formt.


bach organum IV – nordwind

bach organum IV – nordwind

6. November 2026 / 19:00

ORGELKONZERT

(Einführungsvortrag und Künstlergespräch: 18:30)

Malte Wienhues (Orgel), Hamburg

Bach und der norddeutsche Orgelstil

Der junge Bach suchte früh die große Schule des Nordens: den freien, weiten Klang des stylus phantasticus und die expressive Choralkunst von Bruhns, Reincken und Buxtehude. Das Konzert Nordwind spürt diesen Einflüssen in Bachs frühen und mittleren Orgelwerken nach – als bewegte Fantasie, als kühne Architektur, als Klangwelt, in der sich Freiheit und Form begegnen.

Interpretiert wird das Programm von Malte Wienhues, der als Kirchenmusiker in Meldorf und an St. Jacobi in Hamburg tätig war und den von ihm gegründeten Nicolaus-Bruhns-Chor leitet. Seine enge Verbundenheit mit der norddeutschen Musiktradition prägt auch sei

nen Blick auf Bach und verleiht dem Konzert eine historisch sensibilisierte Klangperspektive.


in the upper room

in the upper room

22. November 2026 / 18:00

KONZERT

(Einführungsvortrag und Künstlergespräch: 17:30)

Stella Jones (Vocals)
Christoph Richter (Piano)

STIMME, RHYTHMUS UND INTENSITÄT

Das Konzert von Stella Jones und Christoph Richter im vergangenen Jahr war ein gemeinsamer Moment von Präsenz, Rhythmus und Intensität. Gospel erscheint hier als Musik, die den Raum ergreift – direkt, kraftvoll und unverstellt.

Auch diesmal treten die beiden als Duo auf. Stimme und Klavier stehen im Zentrum, konzentriert und klar. Das Klavier gibt der Musik Puls und Richtung, darüber entfaltet sich Stella Jones’ Stimme: geerdet, beweglich, mit starker Energie. In the Upper Room öffnet diesen Raum erneut – ein Abend aus Stimme, Rhythmus und dem Moment.


bach organum V

bach organum V

20. Dezember 2026 / 18:00

WEIHNACHTSKONZERT

(Einführungsvortrag und Künstlergespräch: 17:30)

Ensemble Sonocto
capella incognita
Marcus Hufnagl (Leitung und Orgel)

Bach und das Kommen des Lichts

Im Mittelpunkt dieses Weihnachtskonzerts steht die IV. Kantate aus Bachs Weihnachtsoratorium BWV 248. „Fallt mit Danken, fallt mit Loben“ zeichnet ein kontemplatives Bild des göttlichen Lichts, das in die Welt tritt. Dank, Vertrauen und die stille Freude des Neuanfangs prägen die musikalische Sprache dieser Kantate.

Die Kantate „Darzu ist erschienen der Sohn Gottes“ BWV 40 entfaltet den Gedanken der Erscheinung Christi als Überwindung der Finsternis. Kraftvolle Chorsätze, leuchtende Hörner und eine klare dramatische Linie markieren den Anbruch des Lichts inmitten der Welt.

Im Rahmen des Zyklus „bach organum“ ergänzen weihnachtliche Choralbearbeitungen aus Bachs Orgelbüchlein das Programm und erweitern den Abend um einen konzentrierten Orgelbeitrag. So verbindet das Konzert theologische Tiefe mit musikalischer Leuchtkraft – ein weihnachtlicher Raum aus Klang, Trost und Hoffnung.