atemlinien
KONZERT
(Einführungsvortrag und Künstlergespräch: 17:30)
Richard Šeda (Zink)
Anna Koch (Bassklarinette)
Marcus Hufnagl (Orgel)
Frühe Klangwelten und freie Linien
Das Konzert verbindet frühe Musik des 17. Jahrhunderts mit zeitgenössischer Klangarbeit. Im Zentrum stehen Werke des Frühbarock für Zink (Cornetto) und Orgel – Instrumente, die eng an der menschlichen Stimme orientiert sind und den Atem als formendes Element hörbar machen. Die Werke italienischer Meister um 1600 entfalten klare Linien und unmittelbaren Ausdruck.
Diesen historischen Klangräumen treten eigenständige Klangfelder der Bassklarinette gegenüber. Frei geführte und atmende Klänge, Arbeit mit Geräusch und Resonanz öffnen eine heutige Perspektive. So entsteht ein Abend zwischen früher Musik und Gegenwart, zwischen fest gefügter Form und offenem Klang – verbunden durch Atem, Linie und Resonanz.
dunkel und licht
KONZERT UND AUSSTELLUNG
(Einführungsvortrag und Künstlergespräch: 17:30)
Daniel Domig (Malerei)
Neelam Brader (Mezzosopran)
Barbara Zidar-Willinger (Sopran)
capella incognita
Marcus Hufnagl (Leitung)
Zwei Blicke auf Leid und Hoffnung
Das Passionskonzert verbindet zwei geistliche Welten: Antonio Vivaldis „Stabat Mater“, RV 621 und Johann Sebastian Bachs Sopran-Solokantate „Mein Herze schwimmt im Blut“, BWV 199. Vivaldi richtet den Blick auf Maria unter dem Kreuz, auf Mitleiden und Schmerz angesichts des sterbenden Sohnes. Bach wendet sich nach innen: Schuld, Buße, Erneuerung und Hoffnung bilden den inhaltlichen Weg der Kantate.
Beide Werke thematisieren Leid und Bedrängnis aus unterschiedlichen Perspektiven: als äußere Erfahrung und als inneren Prozess der Wandlung. Die begleitende Ausstellung des Künstlers Daniel Domig vertieft diesen Raum. Seine Malerei entsteht im Prozess – tastend, widerständig, offen. Musik und Bild begegnen einander in einem gemeinsamen Erfahrungsfeld,in dem Verletzlichkeit sichtbar wird und sich zugleich eine Perspektive von Hoffnung öffnet.
(Ausstellungsdauer bis 28. 3. 2026, zu den Öffnungszeiten)
gegenstimme
LESUNG, FILM UND MUSIK
Anita Lackenberger (Konzept, Film, Gespräch)
Ronald Bergmayr (Woodwinds)
Marcus Hufnagl (Orgel)
Klaus Sandler – Texte und Spuren
Klaus Sandler war ein scharf denkender Beobachter und über mehrere Jahre Pfarrsekretär der evangelischen Pfarrgemeinde St. Pölten. Hier entstand auch die erste Ausgabe seiner Literaturzeitschrift „das pult“ – ein kleines, unabhängiges Format, das bald überregional im deutschsprachigen Raum wahrgenommen wurde.
Im Zentrum des Abends stehen Texte von und über Klaus Sandler. Die Historikerin und Filmemacherin Anita Lackenberger, die intensiv zu Sandlers Leben und Werk geforscht hat, gibt Einblicke in seine Biografie, seine Texte und in ihre Annäherung an einen ungewöhnlichen Autor.
Zwischen den Texten entstehen musikalische Räume. Improvisierte Klanginseln mit Holzbläsern und Orgel begleiten Lesungen und Gespräche und prägen die Atmosphäre dieses Abends.
bach organum I – frühlicht
(Einführungsvortrag und Künstlergespräch)
Jörg Reddin (Orgel), Arnstadt
Frühe Orgelwerke
Mit „bach organum“ beginnt eine mehrjährige Reihe, die das gesamte Orgelwerk Johann Sebastian Bachs in thematisch gestalteten Programmen erschließt. Den Auftakt gestaltet Jörg Reddin, Kantor an der Bachkirche in Arnstadt – jenem Ort, an dem Bach seine erste Organistenstelle innehatte.
Das Programm führt in die Werkstatt des jungen Komponisten. Besonderes Augenmerk gilt zwei Ciaconen, die 2025 neu ediert wurden (BWV 1178 und 1179). Sie eröffnen Einblicke in Bachs frühe Handschrift: kühn, experimentierfreudig und von kontrapunktischer Klarheit geprägt. Das Konzert „Frühlicht“ richtet den Blick auf den Beginn eines Weges, der Bach zu einem der bedeutendsten Orgelkomponisten der Musikgeschichte führen sollte.
orgel im zentrum
KONZERTWANDERUNG
(Start: Konservatorium für Kirchenmusik, Klostergasse)
15:00–19:00
Ludwig Lusser (Orgel)
Franz Reithner (Orgel)
Marcus Hufnagl (Orgel)
Die Orgeln St. Pöltens hautnah erleben
Orgel im Zentrum führt zu sieben Orgeln der St. Pöltner Innenstadt und macht ihre klanglichen Profile in den jeweiligen Kirchenräumen erlebbar. Die Orgellandschaft der Innenstadt ist dabei bewusst kontrastreich: Instrumente unterschiedlicher Epochen, Bauweisen und Klangideale stehen nebeneinander und entfalten in ihren jeweiligen Räumen eine ganz eigene Wirkung.
Die Konzertwanderung folgt einem klaren Ablauf: Etwa alle 30 Minuten wird der Ort gewechselt. An jeder Station erklingt ein Kurzkonzert mit Einführung, das das jeweilige Instrument in seiner geschichtlichen Einordnung, seiner Bauweise und seinem Klangcharakter vorstellt. So entsteht ein vielschichtiger Einblick in die Orgellandschaft der Stadt.
Stationen sind das Konservatorium für Kirchenmusik (Woehl, 2011), die Altkatholische Kirche (Lopy, ca. 1860), die Alumnatskapelle (Kögler, 1991), die Domkirche St. Pölten (Metzler, 1973), die Franziskanerkirche (Pflüger, 2011), die Prandtauerkirche (Capek/Schuke, 1904/2004) sowie die Evangelische Kirche St. Pölten (Kirchner/Vonbank, 1959/2014).
Die Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit der Dommusik St. Pölten, der Reihe Orgel Plus, dem Konservatorium für Kirchenmusik sowie den christlichen Pfarren und Kirchen der St. Pöltner Innenstadt statt.
bach organum II – leipziger choräle
ORGELKONZERT
(Im Rahmen der Langen Nacht der Kirchen)
Manuel Fröschl (Orgel), Wien
Späte Klarheit
Die Sammlung der „18 Leipziger Choräle“ gehört zu den reifsten und zugleich konzentriertesten Werken Johann Sebastian Bachs. In ihnen bündeln sich jahrzehntelange Erfahrung, textliche Durchdringung und kompositorische Verdichtung. An diesem Abend erklingen sie in ihrer Gesamtheit und machen die Spannweite dieser Sammlung hörbar – von schlichten, textnahen Sätzen bis zu komplexen, groß angelegten Bearbeitungen.
Interpretiert wird das Programm von Manuel Fröschl, Organist an der Wiener Schottenkirche, der die Leipziger Choräle als geschlossenen Zyklus erfahrbar macht und ihre unterschiedlichen kompositorischen Ansätze klar hervortreten lässt.
Im Rahmen der „Langen Nacht der Kirchen“
voci e risonanze
KONZERT
(Einführungsvortrag und Künstlergespräch: 18:30)
Barbara Zidar-Willinger (Sopran)
Neelam Brader (Mezzosopran)
Marcus Hufnagl (Virginal)
In Italiens innerem Klang
Um 1600 gewinnt in Italien die Solostimme neuen Raum: Worte treten hervor, Linien werden freier, der Klang schafft Nähe. Die Gesänge dieser Zeit verbinden poetische Klarheit mit feinen Affekten und eröffnen einen neuen Umgang mit Text und Ausdruck.
Das Programm stellt Sopran und Alt als zwei eigenständige Klangräume nebeneinander. Helle, pastorale Linien und ruhige Abendgesänge begegnen innerer Klage, Bitte und biblischer Bildsprache. Getragen wird diese Musik von einem Virginal nach Vorbildern aus Florenz um 1600, das den Continuoklang nicht nur stützt, sondern mit eigenen Farben und feinen Resonanzen prägt.
So entsteht ein leiser, nach innen gerichteter Klangraum, in dem Stimme und Instrument in unmittelbaren Dialog treten und jene besondere Nähe erfahrbar wird, die diese Musik auszeichnet.
klang auf reisen
SOMMERKONZERT
(Einführungsvortrag und Künstlergespräch: 18:30)
The Gleam Ensemble, Schweiz
Yu Ma (Traversflöte), Shio Oshita (Barockvioline), Martin Chiang (Dulzian), Brian Franklin (Viola da gamba), Aurore Baal (Orgel)
Von Süden nach Norden
Die Musik folgt den Wegen des 17. Jahrhunderts: Ausgehend von italienischen Klangzentren führen die musikalischen Spuren über Wien und Niederösterreich bis nach Mitteldeutschland. Werke von Bertoli, Schmelzer, Selma, Rosenmüller und anderen machen diese Bewegungen hörbar – zwischen freier Linie, tänzerischem Gestus und kammermusikalischer Nähe.
Die unterschiedlichen Instrumente prägen den Charakter des Abends und lassen regionale Klangvorstellungen lebendig werden. Interpretiert wird das Programm vom The Gleam Ensemble, einem Ensemble von Spezialist:innen für historische Aufführungspraxis aus der Schweiz, verbunden durch eine gemeinsame Ausbildung unter anderem an der Schola Cantorum Basiliensis.
Klang auf Reisen ist ein Sommerkonzert außerhalb des regulären Konzertzyklus – beweglich, offen und dem aufmerksamen Hören verpflichtet.
offene klänge
KLAVIERKONZERT
(Einführungsvortrag und Künstlergespräch)
Sebastian Schneider (Klavier)
Soloimprovisationen am Konzertflügel
Improvisation entsteht im Augenblick: ein Gedanke, ein Impuls, ein Klang, der sich aus dem Raum heraus entwickelt und ihn zugleich neu formt. Der Pianist und Komponist Sebastian Schneider verbindet Einflüsse aus Jazz, Klassik und zeitgenössischem Songwriting zu einer Musik, die frei, suchend und zugleich klar strukturiert ist.
Dieser Abend markiert einen besonderen Schritt: Zum ersten Mal widmet sich Schneider einem vollständig improvisierten Soloprogramm – einem Konzert ohne feste Partitur, getragen von einem Flügel, der eigens in die Kirche gebracht wird. Die Musik reagiert auf Raum, Stille und Nachhall, lässt Motive entstehen, verwandelt sie und führt sie weiter. So entsteht eine Begegnung mit Klang im Werden – offen, konzentriert und geprägt von der besonderen Atmosphäre des Raumes.
lichtspuren
KONZERT
(Einführungsvortrag und Künstlergespräch: 17:30)
Paul Schuberth (Akkordeon)
Tomás Novák (Violine, Gesang)
Feine Klänge im Dialog
Seit über einem Jahrzehnt arbeiten Tomás Novák und Paul Schuberth in wechselnden musikalischen Konstellationen zusammen. Ihre Musik entzieht sich bewussten Festlegungen: Sie bewegt sich zwischen Komposition und Improvisation, zwischen Erinnerung und Gegenwart, zwischen Vertrautem und Unvorhersehbarem.
Unter dem Titel lichtspuren folgen die beiden Musiker feinen klanglichen Erscheinungen – kurzen Aufhellungen, Brüchen, Nachbildern. Musik entsteht hier nicht aus dem Effekt, sondern aus Aufmerksamkeit: aus dem Hören auf das, was sich im Moment zeigt. So entfaltet sich ein musikalischer Dialog, der offenlegt statt zu blenden und zu einer konzentrierten, wachen Form des Hörens einlädt.
bach organum III – staunen
ORGEL- UND KANTATENKONZERT
(Einführungsvortrag und Künstlergespräch: 19:00)
Jonathan Weiler (Orgel), Lübeck
Neelam Brader (Mezzosopran)
capella incognita
Marcus Hufnagl (Leitung)
KONZERTIERENDE KLÄNGE UND GEISTIGE ÖFFNUNG
Dieser Abend stellt die konzertierenden Linien und Bewegungen der Orgel in den Mittelpunkt. Bachs Bearbeitungen italienischer Concerti, seine Triosonaten und ausgewählte Toccaten zeigen jene Verbindung aus Klarheit, Energie und feiner Struktur, die seine Orgelmusik prägt. Die italienische Konzerttradition mit ihren dialogischen Motiven und klaren Konturen bildet dabei den Rahmen.
Von hier führt der Bogen zur Kantate „Geist und Seele wird verwirret“ BWV 35. Die obligate Orgel tritt in den Sinfonien und Arien in einen engen Dialog mit der Altstimme. Staunen erscheint nicht als Effekt, sondern als geistige Haltung: als Innehalten und innere Sammlung. So verbindet das Programm den konzertanten Charakter von Bachs Instrumentalwerken mit der kontemplativen Ausrichtung der Kantate – ein Abend über waches Hören und darüber, wie Bach Klang zu geistiger Erfahrung formt.
bach organum IV – nordwind
ORGELKONZERT
(Einführungsvortrag und Künstlergespräch: 18:30)
Malte Wienhues (Orgel), Hamburg
Bach und der norddeutsche Orgelstil
Der junge Bach suchte früh die große Schule des Nordens: den freien, weiten Klang des stylus phantasticus und die expressive Choralkunst von Bruhns, Reincken und Buxtehude. Das Konzert Nordwind spürt diesen Einflüssen in Bachs frühen und mittleren Orgelwerken nach – als bewegte Fantasie, als kühne Architektur, als Klangwelt, in der sich Freiheit und Form begegnen.
Interpretiert wird das Programm von Malte Wienhues, der als Kirchenmusiker in Meldorf und an St. Jacobi in Hamburg tätig war und den von ihm gegründeten Nicolaus-Bruhns-Chor leitet. Seine enge Verbundenheit mit der norddeutschen Musiktradition prägt auch sei
nen Blick auf Bach und verleiht dem Konzert eine historisch sensibilisierte Klangperspektive.
in the upper room
KONZERT
(Einführungsvortrag und Künstlergespräch: 17:30)
Stella Jones (Vocals)
Christoph Richter (Piano)
STIMME, RHYTHMUS UND INTENSITÄT
Das Konzert von Stella Jones und Christoph Richter im vergangenen Jahr war ein gemeinsamer Moment von Präsenz, Rhythmus und Intensität. Gospel erscheint hier als Musik, die den Raum ergreift – direkt, kraftvoll und unverstellt.
Auch diesmal treten die beiden als Duo auf. Stimme und Klavier stehen im Zentrum, konzentriert und klar. Das Klavier gibt der Musik Puls und Richtung, darüber entfaltet sich Stella Jones’ Stimme: geerdet, beweglich, mit starker Energie. In the Upper Room öffnet diesen Raum erneut – ein Abend aus Stimme, Rhythmus und dem Moment.
bach organum V
WEIHNACHTSKONZERT
(Einführungsvortrag und Künstlergespräch: 17:30)
Ensemble Sonocto
capella incognita
Marcus Hufnagl (Leitung und Orgel)
Bach und das Kommen des Lichts
Im Mittelpunkt dieses Weihnachtskonzerts steht die IV. Kantate aus Bachs Weihnachtsoratorium BWV 248. „Fallt mit Danken, fallt mit Loben“ zeichnet ein kontemplatives Bild des göttlichen Lichts, das in die Welt tritt. Dank, Vertrauen und die stille Freude des Neuanfangs prägen die musikalische Sprache dieser Kantate.
Die Kantate „Darzu ist erschienen der Sohn Gottes“ BWV 40 entfaltet den Gedanken der Erscheinung Christi als Überwindung der Finsternis. Kraftvolle Chorsätze, leuchtende Hörner und eine klare dramatische Linie markieren den Anbruch des Lichts inmitten der Welt.
Im Rahmen des Zyklus „bach organum“ ergänzen weihnachtliche Choralbearbeitungen aus Bachs Orgelbüchlein das Programm und erweitern den Abend um einen konzentrierten Orgelbeitrag. So verbindet das Konzert theologische Tiefe mit musikalischer Leuchtkraft – ein weihnachtlicher Raum aus Klang, Trost und Hoffnung.








